LEATHERHEAD - Angetrieben von der wachsenden Nachfrage nach nachhaltigeren Materialien bei Baby-, Körperpflege- und anderen Verbrauchertüchern, wird der weltweite Verbrauch von Spunlace-Vliesstoffen von 1,85 Millionen Tonnen im Jahr 2023 auf 2,79 Millionen Tonnen im Jahr 2028 steigen.
Diese aktuellen Marktprognosen finden sich im neuesten Smithers-Marktbericht „Die Zukunft von Spunlace-Vliesstoffen bis 2028“. Darin wird auch erläutert, wie Desinfektionstücher, Spunlace-Kittel und -Abdecktücher für medizinische Anwendungen im Kampf gegen Covid-19 eine entscheidende Rolle spielten. Laut Bericht stieg der Verbrauch im Verlauf der Pandemie um fast 0,5 Millionen Tonnen, was zu einem entsprechenden Wertzuwachs von 7,70 Milliarden US-Dollar (2019) auf 10,35 Milliarden US-Dollar (2023) bei konstanten Preisen führte.
In diesem Zeitraum wurden die Spinnvliesproduktion und -verarbeitung von vielen Regierungen als systemrelevante Branchen eingestuft. Sowohl die Produktions- als auch die Verarbeitungsanlagen arbeiteten 2020/21 mit voller Kapazität, und zahlreiche neue Anlagen wurden rasch in Betrieb genommen.
Dem Bericht zufolge befindet sich der Markt derzeit in einer Anpassungsphase, wobei Preiskorrekturen bei einigen Produkten wie Desinfektionstüchern bereits im Gange sind. In mehreren Märkten haben sich aufgrund von Transport- und Logistikstörungen große Lagerbestände gebildet. Gleichzeitig reagieren die Hersteller von Spunlace auf die wirtschaftlichen Folgen der russischen Invasion in der Ukraine, die zu gestiegenen Material- und Produktionskosten geführt und gleichzeitig die Kaufkraft der Verbraucher in mehreren Regionen beeinträchtigt hat.
Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Spunlace-Garn sehr positiv. Smithers prognostiziert jedoch, dass der Marktwert mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10,1 % steigen und im Jahr 2028 16,73 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Da sich das Spunlace-Verfahren besonders für die Herstellung leichter Substrate mit Flächengewichten von 20–100 g/m² eignet, sind Einwegtücher der Hauptanwendungsbereich. Im Jahr 2023 werden diese 64,8 % des gesamten Spunlace-Verbrauchs (nach Gewicht) ausmachen, gefolgt von Beschichtungssubstraten (8,2 %), anderen Einwegartikeln (6,1 %), Hygieneartikeln (5,4 %) und medizinischen Produkten (5,0 %).
„Da Nachhaltigkeit für die Post-Covid-Strategien von Marken im Bereich Haushalts- und Körperpflege zentral ist, wird Spunlace von seiner Fähigkeit profitieren, biologisch abbaubare, spülbare Feuchttücher anzubieten“, heißt es in dem Bericht. „Verstärkt wird dies durch bevorstehende gesetzliche Vorgaben zur Substitution von Einwegkunststoffen und neue Kennzeichnungsvorschriften speziell für Feuchttücher.“
„Spunlace bietet die beste Kombination aus Leistungseigenschaften und die beste kurzfristige globale Produktionskapazität im Vergleich zu konkurrierenden Vliesstofftechnologien – Airlaid, Coform, Double Recrepe (DRC) und Wetlaid. Die Spülbarkeit von Spunlace muss noch optimiert werden; zudem besteht Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Substratverträglichkeit mit quaternären Ammoniumverbindungen, der Lösungsmittelbeständigkeit sowie des Nass- und Trockenvolumens.“
Der Bericht stellt außerdem fest, dass sich die Nachhaltigkeitsbestrebungen über Feuchttücher hinaus erstrecken und der Einsatz von Spunlace-Vliesstoffen im Hygienebereich ebenfalls zunehmen wird, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus. Es besteht Interesse an verschiedenen neuen Formaten, darunter Spunlace-Deckschichten, elastische Ohrverschlüsse für Windeln sowie leichte Slipeinlagenkerne und ultradünne Sekundärdeckschichten für Damenbinden. Hauptkonkurrenten im Hygienesegment sind Spunlace-Vliesstoffe auf Polypropylenbasis. Um diese zu verdrängen, ist ein höherer Durchsatz auf Spunlace-Anlagen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und eine überlegene Gleichmäßigkeit bei geringeren Flächengewichten zu gewährleisten.
Veröffentlichungsdatum: 26. Februar 2024

